Samstag, 5. Oktober 2013

TEISCO Hertiecaster.

Ich habe letztens bei 'nem Freund bei der Besichtigung seines Proberaumes auf eine häßlich-hellbraune kunstlederne Gitarrentasche gezeigt und gefragt: "Was issn da drin?" - "Ne Gitarre. Ach, die stehr hier schon ewig rum. Kann damit nüscht anfangen. Kannste haben." Und da hab ich ganz schnell das Ding gegriffen, bevor er es sich nochmal überlegt..

Und siehe da: Eine echte Hertiecaster! Trotz Internetrecherche kann ich das Baujahr nur schwer in irgendeine japanische Billiggitarrenperiode legen, aber ich denke mal, das Ding wurde irgendwann zwischen 1968 und 1974 gebaut. Und zwar aus einem Ahornhals mit Truss Rod und hauchdünnem Palisanderfurnier, sowie einem mittelleichten Body aus mehreren dicken Lagen Sperrholz mit Eschenfurnier. Von wegen Holz.. Die Marke, wenn es denn sowas gab, müßte eine TEISCO sein. Wahr-schein-lich.

Die Mechaniken/machine heads müssen neu werden, die waren zum Teil aus silbernem Plaste; die fünf Schalter haben quasi keine Funktion mehr (der 5. ist übrigens ein Kill Switch). Also die Plaste-Tortoise-Platte komplett ausbauen, die Schalter öffnen und putzen, irgendwie eine Abschirmung basteln und die Single Coils wachsen. Die pfeifen nämlich wie Sau. - Und das habe ich herausgefunden, weil ich sie mal an den Marshall angeschlossen habe: Alter Vatter, das Ding klingt vielleicht schräg. Echt cool. Nicht Single-Coil-twangig, eher so leicht angezerrt mit 60s/70s Fuzz-irgendwas. Ich habe gelesen, daß Robert Smith von The Cure mit so einem Ding seine erste Platte eingespielt hat. Hossa! Au lait! ..

Sogar der Einsatz des Vibratos klingt hammermäßig; durch die Rollen auf der Brücke verstimmt sich die Kiste auch nicht wirklich. Also, soweit das mit den Mechaniken oben machbar ist. Klingt aber stark. Stark alt.

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